Foto: Elke Walford

Peggy Parnass

ist  Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin. Ihr Vater Simon Pudl Parnass war Pole, die Mutter Hertha Parnass, geborene Emanuel, Halbportugiesin. Beide wurden im Vernichtungslager Treblinka von den Nazis ermordet. 1939 wurde Peggy mit ihrem vierjährigen Bruder Bübchen/Gady mit einem Kindertransport nach Stockholm geschickt. Die folgenden sechs Jahre lebte sie, getrennt von Bübchen, in zwölf verschiedenen Pflegefamilien. Kurz vor Kriegsende kamen sie zu ihrem Onkel nach London.  Dort lebte sie zusammen mit Gady, der Engländer wurde. Peggy, wieder in Stockholm, wurde Schwedin. Auch ihr Sohn Kim ist Schwede. Sie sagt: »Unsere Familie könnte zu Recht die Internationale singen.« Peggy studierte in Stockholm, London, Hamburg und Paris. Seitdem sie vierzehn war, mußte sie sich selbst ernähren. Sie arbeitete als Sprachlehrerin, Filmkritikerin, Kolumnistin und Dolmetscherin für die Kriminalpolizei, spielte in Film und Fernsehen. Siebzehn Jahre lang schrieb sie Gerichtsreportagen für die linke Zeitschrift »Konkret«.

Peggy erhielt viele Auszeichnungen: Den Joseph-Drexel-Preis für hervorragende Leistungen im Journalismus (1979), den Fritz-Bauer-Preis (1980), die Biermann-Ratjen-Medaille (1998), die St.-Georg-Medaille (2005), das Bundesverdienstkreuz (2008) und den Goldenen Drachen St.-Georgs (2012).

Veröffentlichungen:

Unter die Haut; Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag, 1983

Kleine radikale Minderheit; Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1985

Süchtig nach Leben; Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1990

Prozesse 1970–1978; Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1992

Mut und Leidenschaft; Hamburg: Konkret Literatur Verlag, 1993